MRGlobal news

Wo das Geld verwaltet wird

Special Properties

Knappe 16 Jahre dauerte das Projekt „EZB-Neubau“ in Frankfurt – von der Grundstückssuche bis zum Einzug. Entstanden ist aber ein großartiges architektonisches Ensemble aus dem Wiener Architekturbüro COOP HIMMELB(L)AU.


Seit ihrer Gründung ist die europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main ansässig – allerdings nur in gemieteten Büroräumen. Bereits 1998 begann man mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück und 2001 wurde nach sorgfältiger Prüfung das Gelände der ehemaligen Großmarkthalle für einen eigenen Hauptsitz ausgewählt. 35 Standorte gab es zur Auswahl, aber einer Machbarkeitsstudie zufolge war dieses Areal die wirtschaftlichste Option, verfügte über eine gute Anbindung an die Infrastruktur, genügte den räumlichen Anforderungen und war der optimale Standort, um die für eine Zentralbank erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen treffen zu können.

Nach dem Umzug in ihr neues Gebäude im Herbst 2014 und der offiziellen Eröffnung im März 2015 verwaltet die EZB vom Frankfurter Ostend aus die Währung eines der größten Wirtschaftsräume weltweit. Und das in einem überaus imposanten Gebäude. Visionär und einzigartig ge¬staltet sich der Entwurf des Wiener Architekturbüros COOP HIMMELB(L)AU, das 2004 den vorausgegangenen internationalen Städtebau- und Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnte. Erste vorbereitende Baumaßnahmen fanden 2008 statt. Im Frühjahr 2010 begannen die Hauptbauarbeiten. Ab 2011 wuchs der Büroturm sichtbar in die Höhe, während parallel die Sanierungs-und Umbauarbeiten der Groß-markthalle erfolgten.

Dies ist auch eine Besonderheit des Projektes, dass die alte Großmarkthalle, in der bis 2004 noch Gemüse gehandelt wurde, ein integraler Bestandteil des Entwurfs für den neuen Sitz der Europäischen Zentralbank ist. Die alte Markthalle wurde von 1926 bis 1928 als zentraler Handelsplatz für Obst und Gemüse für Frankfurt und seine Umgebung errichtet. Als Bau der Versorgung markiert sie Frankfurts Aufstieg zur Metropole in den 20er-Jahren. Die Halle war damals der größte freispannende Eisenbetonbau der Welt und auch das höchste Gebäude der Stadt – im Volksmund auch die „Gemieskirch“ (Gemüsekirche) genannt.
Sie ist in ihrem grundlegenden Erscheinungsbild erhalten geblieben und nimmt nach der umfassenden Sanierung die öffentlichsten Funktionen der EZB auf. Über den neuen Haupteingang wird der Hallenraum erschlossen: Hier sind alle halböffentlichen Funktionen wie ein Besucherzentrum, die Lobby, eine Cafeteria, Konferenzräume und ein Mitarbeiterrestaurant untergebracht. Die neuen Nutzungen wurden als „Haus im Haus“ schräg in die Halle eingestellt, wodurch der Innenraum der Großmarkthalle in Teilen erlebbar bleibt und zudem vielfältige Räume zwischen der Halle als Außenhülle und ihren Einbauten entstanden sind.

Südlich der Großmarkthalle gruppieren sich die zwei polygonalen Hochhausscheiben zu einem 185 Meter hohen Doppelbüroturm, der wirkt, als hätte man zwei Zwillingstürme ineinander gedreht. Der nördliche Turm zählt 45 Stockwerke, der südliche 43. Im 41. Stock befindet sich die höchste Büroetage, in den Stockwerken darüber sind die Technikgeschosse untergebracht. Mit seiner Höhe und seiner charakteristischen Silhouette ergänzt das Bürohaus die Frankfurter Skyline und steht als mar¬kantes Gebäude im Frankfurter Osten den Hochhäusern der Stadtmitte gegenüber. Atemberaubende Schrägen und stilisierte Scherbenformen prägen das Äußere des Turms, verwinkelte Planken und in die Höhe schießende Stahlstreben das Innere. Das verglaste Atrium zwischen den beiden Bürotürmen ist als sogenannte „vertikale Stadt“ geplant. Durch Verbindungsplattformen und -stege entstehen Plätze und Straßen, städtischen Strukturen ähnlich.

Ein zentrales Anliegen der EZB ist Nachhaltigkeit. Dies berücksichtigt nicht nur Umweltfragen, technische Effizienz und funktionale Anforderungen, sondern auch das Thema Stadterneuerung sowie soziale Aspekte. Ein Element der Nachhaltigkeit ist die Stadterneuerung und -umwandlung. So wird das überwiegend versiegelte Areal rund um die Großmarkthalle, auf dem früher LKWs geparkt und entladen wurden, in eine große begrünte Landschaft umgewandelt, um eine „grüne Lunge“ für die Stadt zu schaffen. Durch verschiedene energetische Maßnahmen verbraucht der Neubau bis zu 30 Prozent weniger Energie.

Continuity, Separation or War of the Roses?

Städtetag Innsbruck

Christoph Stadlhuber

Steuerreform 2015/16

Kapital sucht Markt

Revolution in der Baubranche

Wo das Geld verwaltet wird

KR Alfons Metzger

RISK & RATING

Mag. Alexander Neuhuber

Spezial-immobilien

DI Herwig Teufels-dorfer

DI Dieter Hayde

der soziale Wohnbau in Wien

Immobilien-management für die Zukunft

Investieren in Land- u. Forstwirtschaft

Der Immobilien-Markt Italien

Risk & Rating

Das Kanalnetz von Wien

Mag. Ernst Vejdovszky

Ponesch-Urbanek

Pro Natura - ÖBf

Michael Ludwig

Hugh F. Kelly

Gregor Drexler

AIRPORTCITY

Karin Fuhrmann

Othmar Michaeler

In einer neuen Zeit

UNESCO

Die Zukunft von CEE/SEE

Herbert Logar

Larry Silverstein

Warschau - Gegen die Krise

Michael Griesmayr

Water Alert

Das Parlament tagt

Sigrid Oblak

Renaissance des Baurechts

Die Sanierung beginnt

Urban Leben

Dr. Peter Oberlechner

Khalaf Ahmad Al Habtoor