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Special Properties


130 Jahre nach seiner Errichtung ist das österreichische Parlamentsgebäude „in die Jahre“ gekommen und bedarf einer umfassenden Sanierung. Bei einem Gebäude mit dieser architektonischen Vielfalt und zahlreichen erstaunlichen kunsthistorischen Details eine wahre Herausforderung.

Es war der dänisch-österreichische Baumeister und Architekt des Klassizismus und Historismus, Theophil Edvard Hansen, der den Auftrag bekam, das Reichsratsgebäude, das nunmehrige Parlamentsgebäude, zu planen und zu errichten. Hansen wurde von Zeitzeugen als sehr eigenwillig beschrieben und neigte zu Eigenmächtigkeiten, war aber trotz oder gerade wegen seiner Eigenheiten einer der gefragtesten Architekten in der Donaustadt. 1858 begann der Abriss der Wiener Stadtmauern und der Bau der Wiener Ringstraße und Hansen war für zahlreiche Gebäude dieser monumentalen Straße verantwortlich. Das Reichsratsgebäude selbst wurde im Stil eines attischen Tempels erbaut und sollte so auf die griechischen Anfänge der Demokratie verweisen. Hansen selbst lebte und arbeitete acht Jahre in Athen.

Das Parlament betrachtete er als sein Lebenswerk, neben dem Entwurf für das Gebäude konzipierte er die gesamte Ausstattung bis hin zu den Möbeln selbst. Dabei achtete er auf kleinste Details und eine harmonische Abstimmung der verschiedenen Entwürfe.

Die Grundsteinlegung für das Reichsratsgebäudeerfolgte im September 1874 – die Gleichenfeier fand fünf Jahre später im August 1879 statt. Ab dann dauerte es aber noch weitere vier Jahre bis zur ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses im Dezember 1883.

Über 130 Jahre wurde nun in diesem Gebäude österreichische Geschichte gemacht und um auch in Zukunft für den Parlamentsbetrieb zur Verfügung zu stehen, sind umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die zur Einhaltung der gültigen gesetzlichen Vorschriften und zur Behebung der vorhandenen Schäden und Mängel unumgänglich sind. Sowohl die Konstruktionen im Dachbereich als auch die Holztragewerke des Gebäudes haben ihre statische Lebensdauer längst überschritten. Das bedeutet, dass die Eindeckung des Daches dringend erneuert werden muss und auch Teile der Dachkonstruktion zu sanieren sind. Erhebliche Mängel stellten Experten und Expertinnen aller bautechnischen Disziplinen auch im Bereich des Brandschutzes fest sowie im Inneren der Wände. Die technische Infrastruktur entspricht schon lange nicht mehr den notwendigen Voraussetzungen. So stammen die bis zu 30 Meter langen gusseisernen Rohrleitungen vom Dachboden bis zum Keller überwiegend aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes und sind somit über 125 Jahre alt.

Gleichzeitig mit der Sanierung wird aber nicht nur das Gebäude auf den neuesten technischen Stand gebracht, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, Verbesserungen im Betrieb, den Abläufen und den Funktionen zu schaffen, vorhandene Raumreserven, wie etwa den Dachboden, zu nutzen, die Energieeffizienz zu steigern.

Alle sechs österreichischen Parlamentsklubs haben sich einstimmig für die Variante der „Nachhaltigen Sanierung“ entschieden und folgen damit den Empfehlungen der Experten und Expertinnen im Sanierungsprojekt. Diese haben eine nachhaltige Sanierung nicht zuletzt deshalb befürwortet, weil sich der Mehraufwand gegenüber der minimalsten Sanierungsvariante bereits nach etwa 15 Jahren amortisieren wird.

Das monumentale Gebäude, das vor 130 Jahren errichtet wurde, soll einerseits seine historischen Qualitäten bewahren, als auch als Arbeitsplatz der Zukunft seine Gültigkeit haben. Diese Umsetzung stellt sowohl für den Generalplaner, die in Wien ansässige Bietergemeinschaft Jabornegg & Palffy AXIS und den Projektsteuerer Vasko+Partner eine enorme Herausforderung dar. Angesichts seiner architektonischen Vielfalt und erstaunlichen kunsthistorischen Details muss die vorhandene historische Substanz behutsam gemäß den Bedürfnissen eines modernen Arbeitsparlaments adaptiert werden.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Kosten für eine nachhaltige Sanierung mit 352 Millionen Euro angesetzt wurden. Allerdings beinhalten die kalkulierten Gesamtkosten bereits Sicherheitsreserven, mit denen auch die Unwägbarkeiten der Sanierung eines Altbaus abgefedert werden können. Die Sanierung des Parlamentsgebäudes soll im Herbst 2017 starten und drei Jahre dauern. In dieser Zeit werden Nationalrat und Bundesrat im Großen Redoutensaal der Hofburg tagen – dort, wo einst das Wiener Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Kennedy und dem sowjetischen Ministerpräsidenten Chruschtschow stattfand.

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