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Christoph Stadlhuber

Menschen & Immobilien

DI Christoph Stadlhuber ist seit 2011 CEO der SIGNA Prime Selection AG und seit 2013 Sprecher des SIGNA Executive Board. Davor war er Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und leitete das Büro des österreichischen Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit.


Nach seinem Studium „Raumordnung und Raumplanung“ an der Technischen Universität Wien kam Christoph Stadlhuber durch seine Diplomarbeit – ein touristisches Radrouten-Konzept für das Burgenland – in die Politik. Nach dem Studium war er am Aufbau des Instituts für Verkehrstechnik und Unfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit in Eisenstadt beteiligt, dessen Leitung er auch übernahm. „1997 hatte ich die Chance und wechselte in das Ministerbüro von Martin Bartenstein (Anm. d. Red.: damals Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit), zunächst als Referent und dann als Kabinettschef.“ Dort war er von Anbeginn in den Verkauf der Immobilien der Republik Österreich an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) involviert, welche das Unternehmen  seit 1992 verwaltete. Mit der Pensionierung des BIG-Geschäftsführers Gerhard Buresch wechselte Stadlhuber Anfang 2003 als zweiter Geschäftsführer neben Hartwig Chromy in das Unternehmen.

Es war eine riesige Herausforderung, 5.000 Immobilien und 800 Mitarbeiter in ein privatwirtschaftliches Modell zu überführen, wobei die Verwaltung der Immobilien nur eine Seite seines Aufgabengebietes war. Die andere waren die Mitarbeiter: „Es ist viel Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, um eine unternehmerisch kaufmännische Struktur zu imple­mentieren, wobei ich sagen muss, dass das oft vorherrschende Bild von der öffentlichen Verwaltung, das die Bevölkerung hat, so nicht stimmt. Es gibt viele engagierte Leute, die mitdenken und neue Ideen entwickeln. Die muss man nur dorthin bringen, dass sie ihre Gedanken weitertragen.“ Stadlhuber hat als Geschäftsführer der BIG zwei wesentliche Punkte geändert: Zum einen wurden Hierarchieebenen abgeschafft und zum andern wurden Frauen in Führungspositionen geholt.

Eine seiner größten Herausforderungen in der BIG war der Bau der neuen Wirtschaftsuniversität, die aus fünf Gebäuden und einem Campus besteht. „Das besondere bei dem Gemeinschaftsprojekt zwischen WU und BIG war, dass der Kostenplan unterschritten und der Zeitplan gehalten wurde, obwohl es sich um einen riesigen Komplex handelt. Großprojekte müssen von Anfang an gut organisiert sein.“ Bei der Gleichenfeier der WU war er noch in der BIG, bei der Fertigstellung des Campus bereits Geschäftsführer der SIGNA.

Die Zeit in der BIG war geprägt von „Organisation, Struktur und Management“ und nach acht Jahren im staatsnahen Betrieb kam verstärkt der Wunsch „näher an den Projekten zu arbeiten“, denn schließlich hat ihn Architektur immer interessiert: „Aber nicht kleinteilig. Ich wollte keine Fensterachsen planen, sondern großflächiger agieren.“ Bis zu seinem Wechsel waren zahlreiche seiner beruflichen Tätigkeiten mit Aufbau und Strukturierung von Unternehmen verbunden und „meine Intention war es, in die Privatwirtschaft zu gehen. Ich wollte Projekte realisieren und nicht im Organisationsmanagement arbeiten. Da gab und gibt es für mich kein besseres Unternehmen als die SIGNA Gruppe.“

Das besondere an seinem Job ist das „Arbeiten mit Menschen“ und daher stellt sich die Frage, ob er lieber im Team arbeitet oder alleine, für Stadlhuber gar nicht: „Es geht nur im Team. Nur im Team kannst du Erfolge erzielen. Wir haben sehr junge und dynamische Mitarbeiter, und die Zusammenarbeit macht viel Spaß.“ Der andere Teil der Arbeit ist die Freude an sichtbaren Ergebnissen, wobei das bei Immobilien immer seine Zeit braucht: „Nicht innerhalb von Tagen oder Wochen, aber sichtbar und nachhaltig.“ Natürlich mischt sich hier auch der Stolz dazu, nicht nur einzelne Projekte zu verwirklichen, „sondern einen Beitrag zur Gestaltung und Weiterentwicklung einer Stadt zu leisten.“ Wobei für die Realisierung „Phantasie und das Durchhaltevermögen“ notwendig sind, was Stadlhuber an der SIGNA sehr schätzt: „Wenn man eine Vision geboren hat, muss man sie in ein Konzept gießen und dieses konsequent verfolgen.“ Und noch etwas weiß er zu schätzen: „Das Tempo der Entscheidungen. Kaum jemand entscheidet schneller als wir.“ Entscheidungen in der Immobilienwirtschaft fallen für ihn aber nicht nur auf rein kalkulatorischer und rechnerischer Basis, sondern sind eine Mischung „aus Kopf- und Bauchentscheidung.“

„Veränderungen und etwas Neues kreieren“ sind für Christoph Stadlhuber eine besondere Herausforderung, „nur Bestände verwalten ist nicht mein Thema.“ In der SIGNA Prime Selection findet er die für ihn spannendsten Projekte: „Das sind bestehende Objekte in historischem Ambiente in besten Innenstadtlagen, die eine komplette Konversion durchmachen. Wie im „Goldenen Quartier“, wo aus zwei ehemaligen Bankenzentralen ein Luxushotel sowie hochwertige Einzelhandelsflächen und Luxuswohnungen entwickelt wurden. „Es ist auch spannend, mit solchen Neuausrichtungen ein Grätzel zu beleben. Und damit sind wir wieder bei der Raumplanung.“

Derartige Projekte, wie derzeit auch in München die „Alte Akademie“, bedürfen aber nicht nur immobilientechnisches Wissen, sondern auch viel Feingefühl im Umgang mit den entsprechenden stadtpolitischen Entscheidungsträgern. Hier kommt dem CEO seine Erfahrung in der Politik zu Gute: „Am Ende des Tages geht es bei solchen Projekten nicht nur um Sach- und Fachargumente. Genauso wesentlich ist die enge Zusammenarbeit mit Verwaltung, Öffentlichkeit, Politik und Denkmalpflege, um ein hervorragendes Ergebnis für alle Beteiligten zu erreichen. Da ist natürlich von Vorteil, dass ich mich in diesen Welten zurechtfinde.“


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