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Continuity, Separation or War of the Roses?

Investment & Market

Wie eine Scheidung in der EU funktioniert, das wissen wir noch nicht. Vor allem stellt sich die Frage: Wird es eine einvernehmliche Scheidung oder ein Rosenkrieg?

Wir erinnern uns: Im Sommer 2015 sickerte die Nachricht in die Medien, dass der britische Premierminister David Cameron die Abstimmung seines Landes über einen Austritt aus der Europäischen Union vermutlich schon auf Mitte 2016 vorverlegen werde. Bis dahin hatte die Regierung in London lediglich erklärt, die Volksabstimmung werde bis Ende 2017 stattfinden.Mittlerweile ist der 23. Juni fixiert und der Termin rückt immer näher. Und je näher er rückt, desto mehr Dynamik bekommt dieses Thema, desto größer und wuchtiger scheint das Wort „Brexit“ zu werden.

Hauptthema der Medien

Die Debatte um einen Ausstieg der Engländer aus der Europäischen Union ist aus keinem Fernsehsender auf der Insel mehr wegzudenken. Die britischen Medien befassen sich derzeit kaum mit etwas anderem als der Brexit-Spekulation. Im wettbegeisterten England kann man sogar „Für“ oder „Gegen“ den Austritt wetten. Die Tendenz: Die Quoten der Buchmacher deuteten anfangs auf einen Sieg der Pro-Europäer hin, doch das Blatt hat sich gewendet: Kurz vor dem Referendum zum EU-Verbleib von Großbritannien tippt die Mehrzahl auf das Ausscheiden von Großbritannien aus der EU.

Positiv oder negativ?

Was nach dieser Entscheidung wirklich passieren kann, darüber sind sich die Fachleute uneinig. Die einen sehen einen immensen Nachteil für die Briten, die anderen einen ebenso großen Vorteil. Dasselbe gilt letztendlich auch für Immobilien beziehungsweise die Immobilienpreise. Ob die Auswirkungen für die Immobilienpreise in London positiv oder negativ sein werden, sind sich die Experten nicht einig. Das Thema ist so komplex und bietet so viele Unsicherheiten und weitreichende Folgen, dass sich diese gar nicht abschätzen lassen.

Ein neues Preisgefüge

Selbst bei einem Austritt ist man nicht sicher, was das für den Immobilienmarktplatz London heißen könnte. Gehen die Preise nach unten oder sogar nach oben? Für beide Szenarien gibt es Argumente: Bei einem Austritt könnten die Immobilienpreise in London nach unten gehen, doch ist damit zu rechnen, dass dies nicht schlagartig passiert und das Preisgefüge in der britischen Hauptstadt aus den Fugen gerät. Viel eher ist mit einer sukzessiven Reduktion zu rechnen. Die von einigen Experten prognostizierten 30 bis 40 Prozent Rückgang werden sich wohl über die nächsten Jahre hinziehen. Das hat auch damit zu tun, dass der Vertrag vorsieht, dass der derzeitige Status quo für England noch mindestens zwei Jahre weiter geführt wird, während die neuen Verträge in allen Einzelheiten zwischen England und der EU und vielen anderen Nicht-EU-Staaten ausgehandelt werden. Andere Meinungen besagen, dass es mittel- und langfristig keinen durch den Brexit begründeten Rückgang der Preise geben wird. Das Argument: Ein Austritt schwächt die gesamte EU und dies könnte wahrscheinlich erst der Beginn von Austrittsüberlegungen für andere Länder sein. Dadurch wird der ohnehin schon angezählte Euro weiter an Wert verlieren, was wiederum dem britischen Pfund zugutekommen wird. Damit könnten die Londoner Immobilien für Euroländer noch teurer werden.

Der Markt verlangsamt sich

Ob auf oder ab, den internationalen Investoren ist jedenfalls das Thema letztendlich nicht geheuer, was man daran erkennt, dass sich der Londoner Immobilienmarkt verlangsamt. In den letzten Monaten wurden einige große Immobiliendeals, die prinzipiell schon „gelaufen“ waren, wieder rückgängig gemacht, andere verschoben. Als Grund der Interessenten wurde ein möglicher Brexit genannt.

Große Bewegungen im Markt wird es bis zur Abstimmung nicht geben. Der Investitionsrückstau könnte sich aber bei einem Verbleib der Engländer in der EU über den Sommer relativ rasch entladen und das dritte Quartal zu einem der stärksten im Londoner Investmentmarkt machen. Paradoxerweise werden die Folgen bei einem Austritt kurzfristig nicht so gravierend ausfallen, denn dann muss erst einmal überlegt werden, wie man sich in einem „neuen“ Europa positioniert.

Die Gewinner

Was die Gewinner eines Brexit angeht, werden es vermutlich einige europäische Metropolen sein. Zum einen werden Summen, die in die britische Hauptstadt geflossen wären, in Kerneuropa veranlagt. Zum anderen ist davon auszugehen, dass sich zahlreiche in London angesiedelte Firmen in Europa nach einem Unternehmensstandort umsehen werden. Vor allem die Finanzinstitutionen und in der unmittelbaren Folge die internationalen Konzerne brauchen für einen nachhaltigen Standort in der EU sichere Rahmenbedingungen – wirtschaftlich, rechtlich und sozial – und auch die entsprechenden Standort­voraussetzungen.

Paris und Berlin haben dabei sehr gute Karten, wobei doch einige Vorteile bei der deutschen Metropolen liegen. Berlin ist die Hauptstadt der stärksten Volkswirtschaft der EU und die Stadt kann noch gut innerhalb der Stadtgrenzen substanziell wachsen. Platz genug, um für große Konzerne entsprechende Büroflächen zu schaffen und natürlich auch Wohnraum. Zudem liegt das große Plus der deutschen Hauptstadt in der Kombination mit Frankfurt. Zahlreiche deutsche und internationale Finanzunternehmen oder eben Tochterfirmen, wie unter anderem die Abteilungen der Deutschen Bank, sitzen derzeit in London. Bei einem Brexit würde wohl ein Großteil der Aktivitäten zurück in die EU geholt und Frankfurt wahrscheinlich als zweiter europäischer Finanzstandort profitieren.


Chance für viele Städte

Viele andere europäische Städte sehen ebenfalls in einem Austritt der Engländer eine enorme Chance für ihren eigenen Wirtschaftsstandort. Sollte nämlich eine größere Zahl der Unternehmen, die jetzt in London ansässig sind, Teile ihres Mitarbeiterstabs in andere Städte verlegen, so sprechen wir von einer Vielzahl hervorragender Fachleute, um die es international ein großes Werben geben wird.


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