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DI Dieter Hayde

Menschen & Immobilien

DI Dieter Hayde ist Architekt in Wien und gründete 1994 sein eigenes Architekturbüro.

Das Aufgabenspektrum umfasst neben städtebaulichen Leistungen alle Gebiete des Hochbaus
wie u.a. Industrie- und Verwaltungsbauten, Wohnbau, Althaussanierungen und Hotels.


Wir gehen in ein Haus, über eine Brücke, arbeiten in einem Büro – „Alles ist Architektur.“, meint Dieter Hayde. Wohlbefinden, Freiräume, Stadt. Außer einem Jahr in München, zu Beginn seiner Karriere, war der Architekt sein Leben lang in Wien tätig. Und das äußerst erfolgreich. Er hat Wien, eine Stadt, die in den vergangenen 25 Jahren erfolgreich zur Metropole avancierte, stilistisch mitgeprägt. Eigentlich schon seit dem Studium, denn bereits 1967 arbeitete er unter Professor Wurzer beim „Institut für Stadtplanung TU-Wien“. „Man sieht Dinge entstehen und hinterlässt sichtbare Spuren in der Stadt und wenn diese noch halbwegs attraktiv sind, dann macht das einen stolz.“ Zusätzlich hat er einen der wichtigsten Zukunftsaspekte in der Architektur – nämlich die Energieeffizienz – ganz wesentlich mitgeprägt und dabei zwei österreichweite und auch ein weltweites Unikat geschaffen.

Der Wohnbau war und ist immer noch eine große Liebe, wobei „ich auch andere Projekte sehr gerne umsetze. Das ist das Besondere an unserem Beruf, dass wir verschiedene Aufgaben zu lösen haben. Man bleibt dadurch frisch im Kopf und es erweitert den Horizont.“ Neben dem Wohnbau setzt sein Büro – die HD Architekten – unter anderem auch Verwaltungsgebäude, Hotels, Industriebauten, Einkaufszentren oder Parkgaragen um. Eine Parkgarage war schließlich auch sein erstes eigenes Projekt, das zur Errichtung gelangt ist. Allerdings ist diese mittlerweile schon wieder abgerissen, denn sie musste dem neuen Hauptbahnhof weichen. Die Parkgarage war aber schon „bei ihrer Realisierung als temporäres Objekt geplant“, denn den Stadtverantwortlichen war klar, dass es am damaligen Südbahnhof in der Zukunft zu weitreichenden Veränderungen kommen wird.


„Man sieht Dinge entstehen
und hinterlässt sichtbare Spuren in der Stadt und wenn diese
noch halbwegs attraktiv sind, dann macht das einen stolz.“


„Ganz egal ist es einem ja nicht, wenn ein Projekt abgerissen wird, noch dazu, wo es das erste war.“, meint Hayde, der hinter all seinen Projekten steht: „Es fließt in alle Herzblut hinein und es steckt sehr viel Arbeit dahinter.“ Er vergleicht das mit Eltern, die gefragt werden, welches ihrer Kinder sie am liebsten haben – die Antwort kann nur lauten: alle. Dafür nimmt er auch Arbeitszeiten von 24 Stunden pro Tag in Kauf, denn letztendlich „arbeite ich ohnehin rund um die Uhr, denn die Ideen und Lösungen von Problemen begleiten dich.“ Trotz seiner jahrzehntelangen Arbeit als Architekt ist er, der noch mit Reißbrett, Lineal und Aquafix seine Arbeit begann, immer wieder fasziniert von der Transformation eines leeren weißen Blatt Papiers zu einem Entwurf: „Das Entstehen einer Idee auf einem leeren weißen Papier hat eine Faszination. Früher habe ich oft einfach einen Strich auf das Papier gemacht, als ersten Schritt, damit es mir nicht so leer vorkommt.“


Energieeffizienz ist einer der stärksten Trends in den vergangenen Jahrzehnten und dieser begann für Hayde bereits mit der ersten Energiekrise 1973: „Wir haben damals für uns unsere Konsequenzen gezogen.“ Bis die Entwicklung aber dann auch wirklich „gegriffen“ hat, sind weitere Jahrzehnte vergangenen, aber jetzt ist der Siegeszug unaufhaltsam. „Beeindruckend ist alles, was sich in Hinblick auf Ökologie entwickelt hat und da ist noch viel mehr zu machen.“ Der erfahrene Architekt weiß, wovon er spricht, denn er hat in Wien in diesem Zusammenhang wesentliche Meilensteine gesetzt: Gemeinsam mit dem Büro Maurer & Partner war er federführend für das neue Raiffeisenhaus am Donaukanal verantwortlich – das erste Passiv-Bürohochhaus der Welt! Die Silbermöwe, auditiert durch sein Planungsbüro HD Architekten, wurde als erster österreichischer generalsanierter Bürogebäudekomplex mit einem ÖGNI Zertifikat in Gold ausgezeichnet und auch Österreichs erstes Jahrhundertwende-Green-Building in der Biberstraße im 1. Bezirk ist mit seinem Namen verbunden. „Man muss allerdings dazu sagen“, so der Pionier, „dass auch die Auftraggeber in diesem Bereich sehr viel dazu beigetragen haben. Ohne entsprechendes Verständnis beim Auftraggeber wären solche Projekte nicht möglich.“ Für die Zukunft wird sich seiner Meinung nach der Energieverbrauch der Immobilien ohnehin gegen Null bewegen – vor allem fossile Energie wird kein Thema mehr sein.

Alternativenergie ist aber nur der eine Teil der Zukunft der Architektur. Die anderen? Auf dieses Thema lässt sich Hayde nicht gerne ein: „Es gibt sehr viele Dinge, die einem durch den Kopf gehen und man stellt Überlegungen an, wohin sich etwas entwickeln könnte – und damit würde ich mich gerne theoretisch auseinandersetzen. Die Theorie habe ich bisher nur ambulant behandelt.“ Und da gäbe es für ihn viele Gedanken, die in Kombination mit der Architektur oder rund um die Architektur es wert wären niederzuschreiben. „Architektur ist immer nur ein Spiegel der Gesellschaft. Das heißt, was die Architektur hervorbringt, ist durch die Gesellschaft beeinflusst. Daher ist eine der wesentlichsten Fragen: Wie wird sich die Gesellschaft entwickeln? Denn daraus ergeben sich die Notwendigkeiten für die Architektur.“

Um sich Zeit für diese Überlegungen zu schaffen, war es ein wesentlicher Schritt, das Atelier Hayde, das mit seinem Namen untrennbar verbunden ist, zu den HD Architekten umzuwandeln:  „Meine Intention ist es, aus dem Atelier Hayde die partnerschaftlichen HD Architekten zu machen – mit jungen Kollegen mit neuen Ideen und Input kombiniert mit meiner Erfahrung.“ Dann hätte er auch Zeit, seine Gedanken zu Papier zu bringen. Von jemandem mit solchem Engagement darf man sich daher auch in Zukunft noch einiges Interessantes erwarten: „Alles ist Architektur – alles ist beeinflusst durch die Architektur.“

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